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Fachübersicht

Das Modul EN13.04 berechnet Rohrböden von U-Rohr-Wärmetauschern nach DIN EN 13445-3, Abschnitt 13.4. Beim U-Rohr-Apparat ist das Rohrbündel nur an einem einzigen Rohrboden befestigt; die thermische Dehnung der Rohre wird durch die U-Bögen zwängungsfrei aufgenommen. Der Rohrboden wird dadurch nicht durch axiale Zwängungskräfte, wohl aber durch die Druckdifferenz zwischen Rohr- und Mantelseite und durch die Randmomente aus den angeschlossenen Flanschen beansprucht.

Einen U-Rohr-Rohrboden nach EN 13445-3 berechnen heißt, die Biegetragfähigkeit der durch das Lochfeld geschwächten Platte für alle maßgebenden Druckkombinationen nachzuweisen: schalenseitiger und rohrseitiger Berechnungsdruck einzeln und gemeinsam wirkend, dazu die Prüfzustände beider Seiten. Die Einspannbedingungen am Plattenrand — integral angeschlossen, über Dichtung gelagert oder als Kombination mit Flansch — bestimmen die Berechnungsbeiwerte wesentlich.

Das Modul deckt die Konfigurationen des Abschnitts 13.4 einschließlich der Folgebedingungen (subsequent conditions) ab und wird bei der Auslegung und Nachrechnung von U-Rohr-Wärmetauschern in Prozess- und Energieanlagen eingesetzt.

DIN EN 13445-3/13.4 · DIN EN · Druckbehälter

Anwendungsbereich

  • U-Rohr-Wärmetauscherböden

Typischer Arbeitsablauf

  1. Konfiguration festlegen

    Zunächst wird die Anschlusskonfiguration des Rohrbodens gewählt: integral mit Mantel und/oder Kanal verschweißt, über Dichtungen gelagert oder mit Flanschverlängerung — die Konfiguration bestimmt Randbedingungen und Beiwerte der Berechnung.

  2. Drücke und Lastfälle definieren

    Schalenseitiger und rohrseitiger Berechnungsdruck sowie die zugehörigen Prüfdrücke werden vorgegeben. Die Norm verlangt den Nachweis aller Druckkombinationen, da je nach Vorzeichen der Druckdifferenz unterschiedliche Zustände maßgebend werden.

  3. Lochfeldschwächung erfassen

    Aus Rohrteilung, Rohrlochdurchmesser und gegebenenfalls eingeschweißten bzw. eingewalzten Rohren wird der Verschwächungsbeiwert des Lochfeldes bestimmt, der die Biegetragfähigkeit der Platte reduziert.

  4. Spannungsnachweise führen

    Für jede Druckkombination werden die Biegespannungen im Rohrboden sowie die Spannungen in den Anschlussbereichen zu Mantel und Kanal berechnet und mit den zulässigen Werten verglichen; bei gedichteten Konfigurationen gehen die Flanschmomente ein.

  5. Ergebnis bewerten

    Maßgebend ist die ungünstigste Kombination aus Betriebs- und Prüfzuständen; das Modul weist die erforderliche Rohrbodendicke bzw. die Auslastung der gewählten Dicke aus.

Häufige Fragen

Warum ist der U-Rohr-Rohrboden einfacher zu berechnen als ein Festkopf-Rohrboden?

Weil das U-Rohr-Bündel axial frei dehnen kann, entstehen keine Zwängungskräfte zwischen Rohren und Mantel. Der Rohrboden trägt nur die Druckdifferenz und die Randmomente — die aufwendige gekoppelte Betrachtung von Rohrfeld-Steifigkeit, Manteldehnung und Temperaturdifferenz wie beim Festkopfapparat (Abschnitt 13.5) entfällt.

Warum müssen beide Drücke auch einzeln wirkend nachgewiesen werden?

Betriebszustände wie Anfahren, Abstellen oder einseitige Druckprüfung führen dazu, dass zeitweise nur eine Seite unter Druck steht. Die Biegebeanspruchung des Rohrbodens hängt von der Druckdifferenz ab und kann in diesen Zuständen größer sein als im Normalbetrieb mit beidseitigem Druck — die Norm verlangt deshalb alle Kombinationen einschließlich der Prüfzustände.

Welche Rolle spielt die Einspannbedingung am Plattenrand?

Ob der Rohrboden integral mit Mantel und Kanal verschweißt oder über Dichtungen gelagert ist, ändert die Randmomente und damit die maßgebende Biegespannung erheblich. Bei gedichteten Konfigurationen gehen zusätzlich die Schrauben- und Dichtungskräfte des Flansches ein; die Konfiguration muss der realen Konstruktion exakt entsprechen, sonst ist der Nachweis nicht belastbar.

Berücksichtigt die Berechnung auch die Rohre als Stützung?

Beim U-Rohr-Apparat stützen die Rohre die Platte nicht wie ein elastisches Feld ab, da sie nur an einem Boden befestigt sind. Das Lochfeld wirkt als Schwächung über den Verschwächungsbeiwert; die Rohr-zu-Rohrboden-Verbindung ist separat gegen die Auszieh- bzw. Druckkräfte nachzuweisen.

Technische Inhaltsbasis: LV-Solved-Problems-Content 628d313247e7