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Fachübersicht

Das Modul stellt die Abmessungen von Vorschweißflanschen nach den klassischen DIN-Flanschnormen DIN 2627 bis 2629 und DIN 2631 bis 2638 als Tabellenwerk bereit. Über Nennweite und Druckstufe lassen sich alle Hauptabmessungen eines Vorschweißflansches abrufen: Flanschaußendurchmesser, Blattdicke, Lochkreis, Schraubenlochzahl und -durchmesser sowie die Ansatzmaße für den Schweißanschluss an das Rohr. Die Reihe 1 mit internationalen Rohranschlussmaßen deckt dabei die gängigen Rohraußendurchmesser ab.

Wichtig: Diese DIN-Normen sind zurückgezogen und wurden durch DIN EN 1092-1 (Flansche und ihre Verbindungen – Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zubehörteile) ersetzt. Für Nachrechnungen, Ersatzteilbeschaffung und die Dokumentation von Bestandsanlagen bleiben die alten Tabellenwerte jedoch weiterhin relevant, denn unzählige Rohrleitungen und Apparate im Bestand sind nach diesen Normen gebaut. Wer einen alten Vorschweißflansch identifizieren oder ein passendes Gegenstück beschaffen muss, kommt an den historischen Maßtabellen nicht vorbei.

In der Praxis dient das Modul damit vor allem der schnellen Maßermittlung, wenn Flansche nach alter DIN berechnet, nachgemessen oder gegen Bauteile nach DIN EN 1092-1 abgeglichen werden sollen – etwa bei Umbauten, Reparaturen oder der Übernahme von Altanlagen in eine neue Dokumentation.

DIN 2627 - 2629 & 2631 - 2638 · DIN · Druckbehälter

Anwendungsbereich

  • Vorschweißflansche

Typischer Arbeitsablauf

  1. Druckstufe und Normteil wählen

    Zunächst wird die zutreffende Norm der Reihe DIN 2631 bis 2638 bzw. DIN 2627 bis 2629 ausgewählt; jede Norm entspricht einer Nenndruckstufe PN. Die Druckstufe ergibt sich aus dem Auslegungsdruck der Rohrleitung oder des Apparates.

  2. Nennweite und Anschlussreihe festlegen

    Über die Nennweite DN und die Reihe 1 (internationale Rohranschlussmaße) wird der passende Rohraußendurchmesser zugeordnet, an den der Flanschansatz angeschweißt wird.

  3. Abmessungen ablesen

    Das Modul liefert die vollständigen Tabellenmaße des Vorschweißflansches: Außendurchmesser, Blattdicke, Lochkreisdurchmesser, Anzahl und Durchmesser der Schraubenlöcher sowie die Ansatz- und Dichtleistenmaße.

  4. Abgleich mit Gegenflansch und Dichtung

    Anschließend werden die Maße mit dem Gegenflansch und der vorgesehenen Dichtung abgeglichen. Bei Kombination mit Flanschen nach DIN EN 1092-1 ist zu prüfen, ob Lochkreis, Schraubenbild und Dichtleiste kompatibel sind.

Häufige Fragen

Darf ich Flansche nach DIN 2631 bis 2638 noch für Neukonstruktionen verwenden?

Die Normen sind zurückgezogen; für Neukonstruktionen ist DIN EN 1092-1 der Stand der Technik und in der Regel auch die Grundlage für Konformitätsnachweise nach Druckgeräterichtlinie. Zulässig bleibt der Einsatz alter Maßreihen dort, wo Kompatibilität mit Bestandsanlagen gefordert ist – etwa bei Ersatzteilen. Die Verantwortung für die Eignung liegt dann beim Hersteller bzw. Betreiber.

Sind alte DIN-Vorschweißflansche mit Flanschen nach DIN EN 1092-1 kompatibel?

In den meisten Nennweiten und Druckstufen wurden Lochkreis, Schraubenbild und Anschlussmaße in DIN EN 1092-1 übernommen, sodass die Flansche miteinander verschraubbar sind. Es gibt aber Abweichungen in Details wie Blattdicken, Dichtleistenausführung und bei einzelnen DN/PN-Kombinationen. Vor einer Paarung sollten die Maße im Einzelfall verglichen werden.

Ersetzt die Maßtabelle eine Festigkeitsberechnung des Flansches?

Nein. Die Tabellenmaße gelten für die in der Norm hinterlegten Druck-Temperatur-Zuordnungen der jeweiligen Werkstoffe. Bei erhöhten Zusatzlasten aus der Rohrleitung, außergewöhnlichen Temperaturen oder abweichenden Dichtungen ist ein rechnerischer Nachweis erforderlich, zum Beispiel nach DIN EN 1591-1 oder AD 2000-Merkblatt B 7/B 8.

Technische Inhaltsbasis: LV-Solved-Problems-Content 628d313247e7