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Modul B51

Berechnung ebener Böden und Platten nebst Verankerungen

Wärmespannungen sind nach AD-Merkblatt S 3/7 insbesondere bei Überschreitung einer Wärmedehnungsdifferenz zwischen Mantel und Rohren während des Betriebes von

zu erwarten.

Bei Rohrbündelwärmeübertragern mit einem Durchmesser bis 1200 mm und zulässigem Betriebsdruck bis 10 bar kann nach AD-Merkblatt S 3/7 die Berechnung der Wärmespannungen erfolgen zu

Für den Mantel und in den Randrohren

Die verfahrenstechnischen Berechnungen gestatten es, über die Wärmeübergangszahlen und die mittleren Temperaturen von Mantel und Rohren für praktische Anwendungen die zulässige Temperaturdifferenz Δtm zu bestimmen, bei deren Überschreitung ein Kompensator erforderlich wird. Hierbei ist zu prüfen, ob evtl. An- oder Abfahrvorgänge bzw. thermische Reinigungs­prozesse zu größeren Δtm führen können.

In Abb. 10.34 ist für die Medienführung festgelegt:

mit

·         t1 mittlere Temperatur in den Rohren

·         t2 mittlere Temperatur um die Rohre

·         t3 mittlere Wandtemperatur Innenrohr

·         t4 mittlere Wandtemperatur Mantel

·         t5 Umgebungstemperatur (gegebenenfalls Wärmedämmung berücksichtigen)

·         Δtp mittlere Temperaturdifferenz der Medien

·         Δtw zulässige Temperaturdifferenz nach Medienführung

Abb. 10.34 Definition der zulässigen Temperaturdifferenz

für folgende Medienführungen:

Kaltes Medium um die Rohre:

bei dieser Art der Beaufschlagung liegt die mittlere Wandtemperatur der Innenrohre über der des Mantels. Hierdurch werden die Innenrohre auf Knickung beansprucht. Mit der zulässigen Temperaturdifferenz von

Δtwzul ≤ 30 K

wird die resultierende Beanspruchung der Werkstoffe auf einen noch zulässigen Wert begrenzt. Bei Ausfall des kühleren Mediums um die Rohre kann die mittlere Wandtemperatur der Innenrohre fast der Temperatur in den Rohren entsprechen, während die mittlere Wandtemperatur des Mantels nahezu konstant bleibt, auch unter diesen Bedingungen soll Δtwzul nicht überschritten werden. (Bei ROHRBÜNDELWÄRMEÜBERTRAGER in Mischkonstruktion -Innenrohre aus nichtrostendem Stahl, Mantel aus unlegiertem Stahl - treten wegen der unterschiedlichen a-Werte schon bei sehr geringen zwischen den mittleren Wandtemperaturen der Innenrohre und des Mantels unzulässig hohe Knickspannungen auf. Deshalb ist die Beaufschlagung mit kälterem Medium um die Rohre in dieser Ausführung zu vermeiden).

Warmes Medium um die Rohre:

In Abhängigkeit der Werkstoffe sind folgende Grenzwerte festgelegt:

Rohrbündel und Mantel aus demselben Werkstoff

unlegierter Stahl – unlegierter Stahl               Δtwzul ≤ 50 K

nichtrost. Stahl – nichtrost. Stahl                    Δtwzul ≤ 50 K

(die Innenrohre werden nur auf Zug beansprucht)

Rohrbündel aus nichtrostendem Stahl, Mantel aus unlegiertem Stahl:

bei Eintrittstemperatur 120 °C  Δtwzul40 K

(bei dieser Mischkonstruktion treten wegen der unterschiedlichen α-Werte auch bei gleicher Erwärmung von Mantel und Innenrohren in diesen Knickspannungen auf, die bereits bei etwa 120 °C die Grenze des Zulässigen überschreiten. Die durch die Temperaturdifferenzen hervorgerufenen Kräfte wirken bei warmen Medium um die Rohre diesen Knickspannungen entgegen).

In 'Wegener E., Apparatefestigkeit 10/1 'Ebene Böden, Platten, Anker (3). Lehrbriefreihe für das Fachschul-Fernstudium. DDR' Karl-Marx-Stadt 1978 werden unter Bezug auf 'Bedingungen für den Kompensatoreinsatz bei Rohrbündelwärmeübertragern mit festem Rohrbündel, Innerbetriebliche Arbeitsanweisung des VES Chemieanlagenbaukombinat Leipzig-Grimma' etwas abweichende Werte festgelegt mit der Bemerkung, dass beeinflussende Parameter, wie unterschiedliche Temperaturbereiche, Druck, Durchmesser, Breite des unberohrten Randes und Länge des Rohrbündels unberücksichtigt bleiben, und die genannten Grenzen nur mit Einschränkungen zu verwenden sind.

Wenn folgende Werte aus der wärmetechnischen Berechnung bekannt sind:

Eingangstemperaturen:

·         im Mantelraum t1'

·         im Rohrraum t2'

Ausgangstemperaturen:

·         im Mantelraum t1''

·         im Rohrraum t2''

Wärmeübergangszahlen:

·         im Mantelraum αl

·         im Rohrraum α2

können die mittleren Temperaturen bestimmt werden

im Mantel:

In den Rohren:

und

Δtm=|tMm-tRm|

Bei kondensierendem Dampf/Wasser wird tMm = tmD und damit:

Ein Kompensator ist nicht erforderlich, wenn die mittlere Wandungstemperatur folgende Werte nicht übersteigt:

RBWÜ aus C-Stahl

Δtm ≤ 50 °C

RBWÜ aus hochlegierten Stählen

Δtm ≤ 35 °C

RBWÜ in Mischbauweise (Rohre aus hochlegiertem Stahl. Mantel aus C-Stahl)

|12·tMn – 17·tRm| ≤ 600

Die Werte beziehen sich auf Rohrbündelwärmeübertrager mit festem Rohrbündel, deren Lastspielzahl N < 103 ist.

Auszug aus der TGL 32903/23

Ermüdungsfestigkeitsnachweis für RBW mit festem Rohrbündel

Bild 11 – Maße der Ellipse im größten unberohrten Gebiet

Bilder 12 - Unbeweglicher Rohrboden als Gegenflansch, am Mantel angeschweißt, für RBW mit festem Rohrbündel mit oder ohne Dehnungsausgleicher im Mantel oder für RBW mit Stopfbuchse. Auch für RBW mit Schwimmkopf oder U-Rohren möglich.

Bild 13 - Unbeweglicher Rohrboden zwischen Flanschen für RBW mit Schwimmkopf, mit U-Rohren oder mit Stopfbuchse

Bild 14 - Unbeweglicher Rohrboden als Gegenflansch mit angeschweißter Kammer für RBW mit Schwimmkopf, mit U-Rohren oder mit Stopfbuchse

Bild 15 - Schwimmkopfmit geteiltem Stützflansch

Bild 16 - Schwimmkopfmit Rohrboden als Gegenflansch

Bild 17 – Schwimmkopf mit angeschweißter Kammer

Bild 18 - Welle eines Dehungsausgleichers

Bild 19a

Bild 19b

Bild 19c

Bild 19d

Bild 19e

Bild 19f

Schweißverbindungen des Rohrbodens mit dem Flansch

Bild 20a

Bild 20b

Bild 20c

Bild 20d

Bild 20e

Bild 20f

Bild 20g

Bild 20h

Bild 20i

 

 

 

Bild 20k

 

Schweißverbindungen des Rohrbodens mit dem Mantel


Formelzeichen:


9.1. Für RBW mit festen Rohrböden ist ein Ermüdungsfestigkeitsnachweis erforderlich.

Anmerkung

1.0. Hilfsgrößen



Tafel 1 - Berechnungsbeiwerte unverankerter, runder, ebener Böden und Platten ohne zusätzliches Randmoment

Ausführungsform
(nur schematische Darstellung)

Voraussetzungen

Berechnungs-beiwert C

a) gekrempter ebener Boden

1. Krempenhalbmesser:

Da

r
Mindestmaß

bis 500

30

> 500 bis 1400

35

> 1400 bis 1600

40

> 1600 bis 1900

45

> 1900

50

Und r ≥ 1,3s

2. Bordhöhe: h ≥ 3,5s (Bedingungen aus Abschnitt 6.1.1 beachten!)

0,30

b) geschmiedeter oder gepresster ebener Boden

1. Krempenhalbmesser
 

jedoch nicht weniger als 8 mm.

2. Bordhöhe h ≥ s

0,35

c) beidseitig eingeschweißte Platte

Plattenwanddicke

 

s ≤ 3 s1

0,35

s > 3 s1

0,40

d) ebene Platte an einer Flanschverbindung mit durchgehender Dichtung

D1 ≥ Di

0,35

e) ebene Platte mit Entlastungsnut 1)

s1= ausgeführte Wanddicke des zylindrischen Teils des Bodens im Anschluss an den zylindrischen Mantel

1. Restwanddicke in der Nut:

,

jedoch nicht weniger als 5 mm

und bei Da > 1,2 D1    sR ≤ 0,77 s1

2. Nutenhalbmesser:

r ≥ 0,2 s, jedoch nicht weniger als 5 mm und

3. Es dürfen nur beruhigt vergossene Stähle verwendet werden. Bei der Verwendung von Blechen darf die Platte im Bereich der Schweißnaht in einer Breite von mindestens 3 s1 keine Dopplungen aufweisen2).

4. Bei besonderer Beanspruchung z. B. im Zeitstandbereich ist diese Ausführungsform ohne besonderen Nachweis nicht geeignet.

0,40

f) beidseitig aufgeschweißte Platte

Plattenwanddicke:

 

s ≤ 3 s1

0,40

s > 3 s1

0,45

Es dürfen nur beruhigt vergossene Stähle verwendet werden. Bei der Verwendung von Blechen darf die Platte im Bereich der Schweißnaht in einer Breite von mindestens 3 s1 keine Dopplungen aufweisen.2)

 

g) beidseitig frei aufliegende ebene Platte

 

Restwanddicke am Dichtungskreis oder in Nuten

sR ≥ 0,7 s

0,40

h) einseitig eingeschweißte Platte

Plattenwanddicke:

 

s ≤ 3 s1

0,45

s > 3 s1

0,50

i) partiell durchgeschweißte ebene Platte

Plattenwanddicke:

 

s ≤ 3 s1

0,45

s > 3 s1

Bedingungen für a:

a ≥ 0,5 s und a ≥ 1,4 s1

Df /D1 ≥ 0,7

0,50

k) von außen vorgelegte ebene Platte

1. Restwanddicke am Dichtungskreis:
sR ≥ 0,7 s

2. Weichstoffdichtung
D1 ≤ 500 mm

1,25

l) von innen vorgelegte ebene Platte

Restwanddicke am Dichtungskreis:

sR ≥ 0,7 s

0,45

1) Andere Querschnittsformen der Entlastungsnut können spannungsgünstiger sein und sind bei dementsprechendem Nachweis zulässig.

2) Dies ist in der Regel erfüllt, wenn die Prüfungen nach den Stahl-Eisen-Lieferbedingungen DIN EN 10160 Qualitätsklasse E 3 durchgeführt wurden. Dies kann bereits bei der Bestellung vereinbart werden.


Tafel 2 - Berechnungsbeiwerte runder ebener Böden und Platten mit einer zentralen Verankerung

Ausführungsform
(nur schematische Darstellung)

Voraussetzungen

Berechnungs­beiwert C2

gekrempter ebener Boden

a) mit Einhalsung

oder

b) mit durchgestecktem Anker

 

1. Krempenhalbmesser:

Da

r
Mindestmaß

bis 500

30

> 500 bis 1400

35

> 1400 bis 1600

40

> 1600 bis 1900

45

> 1900

50

und r ≥ 1,3s

 

2. Bordhöhe: h ≥ 3,5s (Bedingungen aus Abschnitt 6.5.1 beachten!)

 

0,25

c) beidseitig eingeschweißte Platte mit durchgestecktem Anker

 

Plattenwanddicke

 

s ≤ 3 s1

0,30

s > 3 s1

0,35

d) beidseitig eingeschweißte Platte

Plattenwanddicke

 

s ≤ 3 s1

0,40

s > 3 s1

0,45